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mitarbeiten (1/2015)

Veränderungen gestalten, Perspektiven entwickeln

Vereine sind seit jeher die beliebteste Organisationsform für ehrenamtliches Engagement in Deutschland. Die bunte Vielfalt der bundesdeutschen Vereinswelt ist vitaler Ausdruck gelebter Demokratie und gesellschaftlicher Selbstorganisation. Zugleich stehen Vereine und insbesondere ihre Vorstände heutzutage zunehmend vor vielfältigen Herausforderungen. Eine neue Publikation der Stiftung Mitarbeit zeigt, wie Vereinsvorstände neue Perspektiven für ihre Vereine entwickeln und Veränderungen gestalten können.

In Deutschland gibt es etwa 600.000 eingetragene Vereine, denen geschätzt ebenso viele nicht registrierte Vereine gegenüber stehen. Obwohl die Existenz fast aller Vereine von freiwilligem Engagement abhängt, fällt es Studien zufolge derzeit 80 Prozent von ihnen schwer, Nachwuchs zu finden – besonders für Leitungsfunktionen.

Die schwindende Bereitschaft, sich beispielsweise im Vorstand eines Vereins zu engagieren, spiegeln aktuelle Zahlen wider: nach Angaben des Wissenschaftszentrums Berlin gibt es in 37 Prozent der Vereine keine jungen Menschen von 14 bis einschließlich 30 Jahren in ehrenamtlichen Leitungsfunktionen. In den ehrenamtlichen Beratungs- und Aufsichtsgremien sind sie sogar bei der Hälfte der Vereine nicht vertreten. Besonders in Großstädten werden diese Zahlen häufig noch unterschritten.

Klar ist: Vereine bündeln zivilgesellschaftliche Kräfte und erfüllen wichtige Funktionen in sozialen, politischen oder kulturellen Bereichen. Im Vergleich zu anderen Organisationsformen sind Vereine zudem langlebige Akteure. Als stabiles Rückgrat der Gesellschaft schaffen sie Strukturen und Orte zur Verwirklichung gemeinsamer Interessen. Damit sind sie Ausdruck gelebter Demokratie.

Vereinsarbeit ist jedoch oft mit einer Menge Arbeit und einem hohen Maß an Engagement verbunden. Vor allem die Vorstandsarbeit ist mit der Übernahme verantwortungsvoller Aufgaben verknüpft, die immer weniger Bürger/innen übernehmen möchten. Die vorliegende Handreichung widmet sich deshalb den Schwierigkeiten und Herausforderungen, vor denen Vorstände aktuell und in Zukunft stehen werden. Sie will den Vorstandsmitgliedern Mut machen, neue Wege in der Vereinskultur zu gehen und überkommene Strukturen zu verändern.

Ziel der Publikation ist es, den Blick für bestehende Ressourcen und Potenziale zu schärfen und mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen. In diesem Sinne sollen die verschiedenen Beiträge zum Nachdenken über die eigene Situation anregen und können als Analyseinstrument zur Identifikation von Schwierigkeiten und Handlungsbedarf genutzt werden. Jeder Beitrag kann unabhängig von den anderen gelesen werden. Am Rand jedes Textes finden die Leser/innen weiterführende Hinweise, Schlüsselsätze und Querverweise.

In einem ersten Schritt gilt es zunächst, die gewachsenen politischen und sozialen Anforderungen für Vereine und ihre Vorstände zu erkennen und die anstehenden Herausforderungen als Chance für Veränderungen zu begreifen. Wie können Vorstände den verschiedenen Ansprüchen gerecht werden, neue Potenziale entdecken und die Zielvorstellungen und Arbeitsweisen des Vereins anpassen?

Im ersten Teil der Handreichung werden grundlegende Prinzipien der Vereinsführung und Vereinsarbeit vorgestellt, mit deren Hilfe die Nachhaltigkeit des Vereins überprüft werden kann. Daran schließt sich eine Einführung in das Vereinsrecht und das gemeinnützige Steuerrecht an. Anhand von konkreten Beispielen führt der Text in die rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten ein.

Im zweiten Teil der Handreichung stehen der Verein als Organisation und die Mitglieder als Akteure im Mittelpunkt. Vereine existieren nicht im luftleeren Raum. Sie sind eingebunden in lokale und überregionale Netzwerke, wirken also auf das Umfeld, genauso wie Veränderungen des Umfelds sich auf den Verein auswirken. Wenn das Zusammenspiel von Mitgliedern und Vorstand funktioniert, lassen sich innere wie äußere Umschwünge unbeschadet überstehen. Dazu gehört der angemessene und produktive Umgang mit Konflikten.

Aktuelle Tendenzen der Vereinsarbeit erläutert der dritte und letzte Teil der Handreichung: Wie gewinnt der Verein Jugendliche für die Vorstandsarbeit? Welche Rolle spielen Migrantenorganisationen für die Aktivierung und Entwicklung von Engagementpotenzialen? Welches Potenzial steckt in Kooperationen zwischen Vereinen des gemeinnützigen Sektors untereinander und mit unternehmerischen Akteuren? Vorstände brauchen und nutzen Beratungs- und Unterstützungsangebote auf vielfältige Art und Weise. Letztendlich benötigen Vereine und ihre Vorstände auch eine vorausschauende Engagementförderung und -politik.

Wir danken der Robert Bosch Stiftung, durch deren Förderung diese Handreichung möglich wurde. Mit ihrem Programm »Engagement braucht Leadership« leistet die Robert Bosch Stiftung wichtige Beiträge zur Qualifizierung und Gewinnung von ehrenamtlichen Vereinsvorständen (vgl. www.bosch-stiftung.de/ebl). Diese Unterstützungsleistungen und Aktivitäten umfassen sowohl die konkrete Beratung und Begleitung von Vereinen und deren Vorständen durch die Partner des Programms als auch breitere Informationen zur Vereinsvorstandsthematik in Form von Veranstaltungen und Publikationen. In diesem Kontext ist auch die vorliegende Handreichung entstanden.

Gefördert durch:

Perspektiven entwickeln – Veränderungen gestalten. Eine Handreichung für Vereinsvorstände. Verlag Stiftung Mitarbeit, Bonn 2015, Arbeitshilfen für
Selbsthilfe- und Bürgerinitiativen Nr. 48, 183 S., 12,– Euro, ISBN 978-3- 941143-20-3, zu beziehen über den Buchhandel oder www.mitarbeit.de

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