mitarbeiten (3/2002)
Zwei engagierte Netzwerke – Recherche und Nachrichtenaufklärung
Verschiedene journalistische Netzwerke bemühen sich im deutschsprachigen Raum darum, Informationen und Nachrichten aufzugreifen und einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen, die für Fragen der Demokratieentwicklung von Bedeutung sind, aber durch die normalen Raster massmedialer Aufmerksamkeit fallen.
Zwei davon sind das Netzwerk Recherche e.V. und die Initiative Nachrichtenaufklärung, die beide eng miteinander kooperieren.
Das Netzwerk Recherche e.V. (www.netzwerkrecherche.de) ist ein Zusammenschluß von Journalist(inn)en. Es versteht sich als Lobby des »investigativen Journalismus« und will die journalistische Recherche in der Medienpraxis stärken. Das Netzwerk tritt für einen freien Zugang zu Informationen (Informationsfreiheitsgesetz) ein und prangert alle Formen von Informationsblockaden an. Das Netzwerk entwickelt Ausbildungskonzepte und bietet Recherche-Mentoring für jüngere Journalist(inn)en an, organisiert Fachtagungen zum Erfahrungsaustausch über Methoden, Entwicklungen und Probleme bei Recherchen und erstellt Dokumentationen zu aktuellen Recherchethemen, wie zuletzt z.B. »Korruption – Schatten der Demokratie«.
Die Initiative Nachrichtenaufklärung (www.nachrichtenaufklaerung.de) wurde im Mai 1997 gegründet, um einmal im Jahr eine Rangliste der in der Bundesrepublik Deutschland am meisten vernachlässigten Themen zu veröffentlichen. Auf der Basis aller Vorschläge, die sowohl von Medienschaffenden, gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und politischen Institutionen, als auch von interessierten Bürgern eingereicht werden können, entscheidet eine Jury über eine Rangliste der Top-Themen und -Nachrichten, die stärkerer Aufklärung bedürfen. Nominiert werden können Themen, die
- der Bevölkerung in Deutschland (und Europa) bekannt sein sollten, zu denen sie aber nur eingeschränkten Zugang hat,
- für einen Großteil der Bevölkerung relevant sind,
- auf zuverlässigen, überprüfbaren Quellen basieren,
- trotz ihrer Bedeutung noch nicht von den Medien aufgegriffen und veröffentlicht wurden.
Initiative Nachrichtenaufklärung, c/o Dr. Peter Ludes, apl. Prof. Kultur- und Medienwissenschaft, Universität Siegen, 57068 Siegen, Telefax (02 71) 7 40-49 43


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