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Rundbrief Bürgerbeteiligung I/1999

Initiativen in der Korrespondenzregion: EXPO 2000 Sachsen-Anhalt (2/2)

Im Dezember 1998 zogen die neuen MieterInnen des Gebäudes aus dem Bestand der Dessauer Wohnungsbaugesellschaft in der Wörlitzer Straße 69 in ihr neues freundliches Domizil.
Währenddessen unterstützt die EXPO 2000 Sachsen-Anhalt GmbH den Verein bei der Gestaltung des Innenhofes und bei der Erstellung eines aktuellen Konzepts zur weiteren Arbeit in den neuen Räumen.
Das Anliegen des Vorhabens Gründerinnenzentrum soll Existenzgründungen von Frauen in der historischen Industrieregion fördern. Soziale Aspekte werden hiermit wirtschaftsfördernden Zielen verbunden. Während zunächst der Standort auf dem Gelände der ehemaligen Filmfabrik in Wolfen favorisiert wurde, engagieren sich gegenwärtig Dessauer Unternehmerinnen stark für ein paralleles Vorhaben in ihrer Stadt. Sie prüfen gegenwärtig mögliche Standorte auf bauliche und inhaltlich Eignung. Für das Gebäude in Wolfen wurde bereits im Dezember 1998 im Rahmen der Vorplanung eine Studie abgeschlossen, die konkrete Hinweise zur Qualität des Bestands, zur Eignung des Gebäudes zur Umnutzung, eine Variantenuntersuchung für die Anordnung konkreter Nutzungen ( Werkstatt, Büro, Laden usw. ) und Vorschläge für die Vorgehensweise der Sanierung sowie die Erarbeitung einer Kostenschätzung erbrachte.

Mit dem DGB als Partner für beide Projekte wurden hierfür erste Gespräche geführt.
Demnächst wird ein Verein gegründet, der eine Trägerstruktur für beide Projekte bilden soll.
Während die beiden genannten Projekte eine starke Eigendynamik entwickelt haben, die im Arbeitskreis praktisch nur noch durch Zwischenberichte reflektiert wird, wurden hinsichtlich eines dritten Vorhabens, der Frauen-Geschichts-Ausstellung des Landes Sachsen-Anhalt, zahlreiche Gespräche und Arbeitstreffen unter Einbeziehung der verschiedensten Fraueninitiativen des 2.Arbeitsmarktes durchgeführt, um diese Idee in die Realisierungsphase überzuleiten. Geplant wird, die Ausstellung in Wittenberg zur Walpurgisnacht 2000 mit dem Titel »1000+10« für ca. 100 Tage zu eröffnen. Sie verfolgt dabei das Ziel, bereits gelaufene und existente Geschichts-Forschungs-Projekte zusammenzuführen und ihnen zu einer breiteren Öffentlichkeit zu verhelfen. Sowohl die Menschen in Sachsen-Anhalt als auch BesucherInnen von außerhalb in der Korrespondenzregion sollen erreicht werden, die einen durch Schaffen von positiven Identifikaktionsräumen, die anderen durch Wecken von Interesse an landesspezifischen Frauenthemen.

Die Ausstellung wird drei Bausteine enthalten:

  • die zentrale Ausstellung in Wittenberg
  • den Katalog der Ausstellung, der über diese hinaus über das Netz von Initiativen zur Geschichtsforschung im Lande informiert
  • die Frauenwege, die Frauenorte miteinander verbinden und durch Reiseangebote und -beschreibungen touristisch im Katalog erklärt werden.


Im kommenden Jahr werden sich die SAFIR-Frauen verstärkt der Öffentlichkeitsarbeit widmen, um andere von ihrem Know-how abzugeben. So ist geplant, eine Handreichung o.ä. zur Entwicklung von Frauenprojekten anhand des SHIA-Beispiels zu produzieren und im Rahmen der Geschichts-Ausstellung ein Begleitprogramm an Veranstaltungen zu aktuellen und historischen Themen zu gestalten. SAFIR tagt etwa 6–8 mal im Jahr.
In diesem Jahr widmet sich das Initiativen-Büro den beiden Themenkreisen Lokale Agenda 21 und Kinderbeteiligung.

Am 23.2.1999 fand in Dessau der erste Agendatag statt, der als Auftakt einer Lokalen Agenda gesehen werden kann. Möglichkeiten der Beteiligung von Kindern werden gegenwärtig im Projekt Werkssiedlung Piesteritz in bezug auf das Leitsystem und in Ferropolis geprüft (s. Junges Ferropolis). Am Wochenende des 16. Und 17. April 1999 wird ein erster Workshop mit Kindern und Jugendlichen der Ferropolisschule in Gräfenhainchen in Zusammenarbeit mit dieser und dem Schülerfreizeitzentrum der Stadt die übergreifende Zusammenarbeit befördern.

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