Rundbrief Bürgerbeteiligung II/1999
Sommerakademie zum Bürgerschaftlichen Engagement
Vom 14.–17. Juli 1999 hat in Bad Herrenalb im Schwarzwald die 1. Sommerakademie zum Thema Bürgerschaftliches Engagement stattgefunden. Das Interesse im Vorfeld war groß, so dass nicht alle, die sich aus Baden-Württemberg, aber auch aus dem ganzen Bundesgebiet angemeldet hatten, dabei sein konnten.
Mit über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und einem engagierten Leitungsteam wurde in einer entspannten, sommerlich leichten und kreativen Atmosphäre daran gearbeitet, mit den unterschiedlichen Bildern in den Köpfen und »Strömungen« in den Herzen zu erfahren und zu erleben, was links und rechts des eigenen Engagements und über den Tellerrand hinaus passiert und wie es gelingen könnte, eine gemeinsame Kultur für die Bürgergesellschaft zu erarbeiten, in der unterschiedliche Engagementformen und -inhalte ihren Platz finden.
Methodisch vielfältig wurde zum Thema Wahrnehmung, Dialog, Wertschätzung und in der letzten Phase mit einem Künstler an bildlichen Ausdrucksformen gearbeitet. Inbegriffen war das Kennenlernen der »Engagementszene« in einer ländlich strukturierten Gemeinde im Schwarzwald.
Obwohl es sicherlich nicht gelingen kann, diese für die TeilnehmerInnen gelungene Sommerakademie für NichtteilnehmerInnen erfahrbar zu machen, besteht in Kürze die Möglichkeit, eine CD-ROM zu erwerben, die mit Texten, Fotos und den Bildergebnissen des künstlerischen Prozesses Ausschnitte aus der Sommerakademie dokumentiert.
Klausurtagung der Bürgerinnen und Bürger
Vor Beginn dieser Sommerakademie trafen sich am selben Ort 50 BürgerInnen auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Bürgerschaftliches Engagement/Seniorengenossenschaften – ARBES e.V. zu der jährlich stattfindenden Klausurtagung. Erörterungen und Diskussionen über Auswirkungen von Bürgerschaftlichem Engagement im politischen Raum, die Sinnhaftigkeit von Landkreisvernetzung bis hin zur Zukunftsorientierung des Landesnetzwerkes waren Inhalte.
Der Mediation, als Möglichkeit in die soziale Kultur hineinzuwirken, wurde in einem Referat von Karin Zöller von der Akademie für Technikfolgenabschätzung, Stuttgart, breiter Raum gegeben.
Fachkräftetagung
Der zweite Tag war wieder geprägt durch ein Novum. Die Fachkräfte im Bürgerschaftlichen Engagement reisten an, um mit BürgerInnen gemeinsam thematisch zu arbeiten. Prägnant, mit großer Begeisterung, vermittelten die BürgerInnen ihr Wissen über Mediation an die Fachkräfte, um dann in Gruppenarbeit Anwendung und Möglichkeiten des Einsatzes zu prüfen.
Dieses erste intensive Zusammenarbeiten von »Profis und Laien« gestaltete sich zu einer Begegnung, bei der Ängste abgebaut und Vertrauen und Partnerschaftlichkeit hergestellt wurde. Der allgemeine Wunsch nach Folgeveranstaltungen wird sicher erfüllt werden können und Mut machen für eine Ausweitung dieser Erfahrungen auf andere Gebiete.
Kontakt und Information
Paritätische Bildungswerk, LV BW, Haußmannstr. 6, D-70188 Stuttgart, Telefon (07 11) 2 15 51 92, Telefax (07 11) 2 15 52 14, E-Mail: ParitätischesBildungswerk( at )t-online.de
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Theorie und Praxis
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