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Rundbrief Bürgerbeteiligung II/1999

Qualifizierung von Agenda-Moderatoren (3/3)

Deshalb verknüpfen wir die Qualifikation zum Agenda-Moderator mit einem spezifischen Beratungsinstrument, das den Interessenten die Möglichkeit bietet, die eigenen Verhaltensdispositionen genauer kennenzulernen. Mit diesem Instrumentarium, das weder ein Test im psychologischen Sinne ist noch als Selektionskriterium dienen soll, kann jeder selbst abschätzen, welche persönlichen Voraussetzungen er mitbringt, die es in der Praxis wahrscheinlich leichter oder schwerer machen, erfolgreich als Moderator zu arbeiten. Wer rechtzeitig darauf hingewiesen wird, wo die Moderatorentätigkeit Verhaltensweisen erfordert, die bisher eher zum »Vermeidungsbereich« des persönlichen Verhaltensrepertoires gehörten, kann davon nur profitieren. Es hängt ganz vom Einzelfall ab, ob jemand daraus den Schluß zieht, gar nicht als Moderator tätig werden zu wollen – oder aber ganz bewußt und gezielt die »schwachen« Bereiche zu trainieren.

Die kommunikative Kompetenz, die einem Agenda-Moderator in einem Terrain abgefordert wird, das einen stark experimentellen und unsicheren Charakter aufweist, verlangt ein bestimmtes Verhaltensprofil. Ebenso die Anforderungen an die Phantasie des Agenda-Moderators, seinen Möglichkeitssinn und die Fähigkeit, die noch unausgegorenen Ideen der unterschiedlichen Prozeßbeteiligten auszudrücken. Die lokale Agenda 21 ist ja kein Verwaltungsprogramm, das nach bekannten und anerkannten Regeln abzuwickeln wäre. Sie ist auch nicht abhängig von der systematischen Beleuchtung von Fakten im Lichte irgendeiner Theorie, sondern stellt eine neuartige Aktionsplattform dar, auf der sich eher zufällige Kombinationen von Interessen aus den Bereichen der Politik, der Verwaltung, der Bürgerinitiativen, der Bildung, der Wirtschaft, des Sozialwesens, der Kultur usw. ergeben. Professionell daran mitzuwirken, daß daraus ein gemeinsames Projekt wird, verlangt hervorragende konzeptbildende und kommunikative Kompetenzen.

Die Qualifikation von Agenda-Moderatoren erfordert deshalb mehr als die im Bereich der Erwachsenenbildung üblichen sehr »weichen« Fortbildungsinstrumente. Wir setzen in unseren Lehrgängen ein auch in der Wirtschaft verbreitetes Selbsteinschätzungs-Instrument ein und arbeiten in Trainingsphasen mit recht »schonungslosen« Feedbacks, die aufgrund von Video-Mitschnitten auch schriftlich zur Nachbereitung zur Verfügung gestellt werden. (Wer sich näher dafür interessiert, bekommt von uns gerne die Dokumentation der Pilot-Lehrgänge)

Kontakt und Information
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