»Demokratie geht nur miteinander«

Impulse für die Praxis

Selbstorganisation konkret

Wie kann im Workshop Partizipation und Selbstorganisation erlebt werden?

  • Eingeladene Gäste erzählen authentisch von ihren Erfahrungen in selbstorganisierten Initiativen
  • Alle übernehmen Verantwortung im Workshop

Selbstorganisation ist für manche Teilnehmende ein unklarer Begriff und wird manchmal verstanden als »meinen Alltag alleine organisieren«. Gemeint ist in diesem Kontext die gemeinschaftliche Selbstorganisation als Gruppe, die gemeinsame Verantwortung in einer Gruppe oder im politischen Sinne als Organisation von Betroffenen. Sie kann an einem Workshoptag im Kleinen geübt und erlebt werden. Als zivilgesellschaftliche Organisations- und Partizipationsform wird sie deutlich durch die Praxisbeispiele, die in den Workshop eingeladen werden.

Methodische Anregung: Aufgaben für den Tag verteilen

Bei der Einführung in den Tag stellt die Workshopleitung verschiedene Aufgaben vor und lädt alle ein, sich für eine Aufgabe zu melden. Die Aufgaben sind einzeln als Begriff auf kleinen Zetteln notiert und zusätzlich mit einer einfachen Zeichnung visualiasiert. Es wird deutlich gemacht, dass der Tag besser funktioniert, wenn sich alle die Aufgaben teilen und jede und jeder für eine Sache Verantwortung übernimmt.

Aufgaben können sein: immer für saubere Gläser sorgen, Kaffee und Tee nachmachen, Mittagstisch  decken, auf die Zeit achten (Visualisierung: Wecker), darauf achten, dass es allen in der Gruppe gut geht (Visualisierung: Herz), darauf achten, wenn es zu laut wird ( Visualisierung: Lautsprecherregler) etc..

Konkrete Erfahrungen im Projekt »Demokratie geht nur miteinander«: In den durchgeführten Workshops wurden alle Aufgaben immer schnell übernommen und eifrig und gewissenhaft ausgeführt. Für manche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war diese Verantwortung für die Gruppe eine wichtige Erfahrung, auf die sie manchmal richtig stolz waren. 

Falls es sich anbietet, kann für das Catering (Mittagessen) durch die lokalen Ansprechpartner jemand von den interessierten Teilnehmenden gefragt werden, ob er/sie das Essen für die Gruppe vorbereiten kann. Auch das kann die Verantwortung und Teilhabe stärken.

Methodische Anregung: Gute Ideen – Karten

Während eines Gesprächs oder Inputs können alle Teilnehmenden Gedanken auf Moderationskarten festhalten, die ihnen besonders wichtig, interessant oder hilfreich erscheinen. Dazu liegen im Raum ausreichend Moderationskarten und Stifte. Im Anschluß an das Gespräch oder den Input werden die Karten an eine Moderationswand gepinnt, die dann den ganzen Tag ergänzt werden kann. Die Karten müssen nicht kommentiert werden, können aber auch für Nachfragen oder weitere Erläuterungen genutzt werden.

Damit das gleichberechtigte Beschreiben von Karten in Gang kommt, hilft es, wenn anfangs die Workshopleitung einige Karten beschreibt – z.B. bei der ersten Gesprächsrunde im Plenum. Hilfreich ist es zudem, wenn ausdrücklich dazu eingeladen wird, Karten auch in der eigenen Muttersprache zu beschriften. Bei dieser Methode geht es nicht darum, dass alle schreiben müssen, sondern im Vordergrund steht das Angebot, die eigenen Gedanken gleichberechtigt und »bleibend« mit allen anderen sichtbar zu machen.

  • Hier finden Sie Anregungen und Erfahrungen aus den Workshops »Auf Augenhöhe? Gemeinsam vor Ort etwas bewegen«. Die Sammlung wird laufend ergänzt. (PDF, 687 KB)