mitarbeiten (3/2006)

Mehr Bildung und Qualifizierung notwendig

Der Natur- und Umweltschutz in Deutschland lebt von den freiwilligen und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen. Große Verbände, kleine Initiativen und Gruppen und seit einigen Jahren auch die Initiativen zur lokalen Agenda 21 – die Szene des Natur- und Umweltschutzes ist vielfältig. Vor 100 Jahren wurde der Naturschutz erstmals als staatliche Aufgabe definiert, fast ebenso lang gibt es diverse Formen des freiwilligen Engagements.

Gegenwärtig sind ca. 5 Millionen Menschen Mitglied in Natur- und Umweltschutzverbänden. In den letzten Jahren sind diese freiwillig Engagierten verstärkt zum Thema von Diskussion, Forschung und Weiterbildung geworden. Ein umfangreiches Programm für Freiwillige in Großschutzgebieten (Nationalparks, Biosphärenreservate, Naturparks) hat beispielsweise die Organisation Europarc Deutschland entwickelt und umgesetzt (www.europarc-deutschland.de).

In einem Eckpunkte-Papier zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements fordert der Deutsche Naturschutzring (DNR), die Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger/innen auszuweiten und die Anerkennungskultur für das Ehrenamt durch Politik, Verwaltung und innerhalb der Organisationen zu verbessern.  Eine zentrale Rolle für die Förderung  des freiwilligen Engagements im »ökologischen Sektor« spielt nach Meinung des DNR eine verbesserte  Qualifizierung und Bildung.

Welche Qualifizierungsmaßnahmen von den Freiwilligen gewünscht und genutzt werden, hat eine Studie des Bundesamt für Naturschutz (bfn)  untersucht. Dabei wurde deutlich, dass die Koordination und das Management von Freiwilligen verbessert werden muss, wenn die Verbände ihre Organisationsstrukturen »ehrenamtsfreundlicher« weiterentwickeln wollen. Erstmalig ermittelte die Studie differenzierte Erkenntnisse zum Fortbildungsbedarf und zur Fortbildungsbereitschaft.

Ein konkreter Schritt in diese Richtung ist ein DNR-Projekt zur Ausbildung von Ehrenamts- und Freiwilligenkoordinator/innen. Die Qualifizierung wird getragen von DNR, BUND und NABU, gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und umgesetzt durch die Stiftung MITARBEIT. 100 Teilnehmende setzen sich seit April 2006 mit dem Basiswissen zur Koordination von Freiwilligenarbeit und zur Gewinnung von Freiwilligen auseinander. Ein Teil der Teilnehmenden wird im Herbst an Qualifizierungseminaren zu Organisations­entwicklung und speziellen Fragen des Managements von Freiwilligenarbeit teilnehmen. Im Verlaufe des Projektes wird ausserdem ein Handbuch für die Praxis in den Natur- und Umweltgruppen und -verbänden entstehen.

Eckpunktepapier des DNR: www.dnr.de/publikationen/drb/archiv/drb0509.pdf
Mitlacher, Günter/Schulte, Ralf: »Steigerung des ehrenamtlichen Engagements in Naturschutzverbänden«: www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/skript129.pdf