Ein kritischer Blick in die Alltagspraxis der Öffentlichkeitsbeteiligung zeigt: Es steht nicht gut um die Substanz der Kommunikation in der Stadtentwicklung. Die Mängelliste reicht von »inhaltsleer« bis »folgenlos«, von »verkürzt« bis »verfälscht«, von »Placebo« bis »Particitainment«. Keinesfalls darf man die Verursacher nur auf Seiten »der Politik« oder »der Verwaltung« suchen. Es gibt gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die für eine ruhige und sachliche Auseinandersetzung mit Inhalten nicht eben förderlich sind.

In dieser Situation gilt es nach Meinung von Klaus Selle zu handeln. Etwa indem man »bescheidener« beteiligt, zugleich aber stadtgesellschaftliche Erörterungen bündelt, die Vielfalt der Interessen und Gesichtspunkte sichtbar macht, den Themen ihre Vielschichtigkeit lässt – und vor allem: Mehr fragt und zuhört. – Das wird im Vortrag anhand von Beispielen illustriert. Bei alldem geht es – wie es sich für einen Zwischenruf gehört – pointiert zu. Aber vielleicht ist diese Form am ehesten geeignet, weitere Diskussionen anzuregen.