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mitarbeiten (2/2017)

Demokratiekompetenz von Kindern und Jugendlichen

Können Kinder und Jugendliche Demokratie? Und welche Rolle spielen Kinder und Jugendliche aus der Sicht von Erwachsenen bei der Weiterentwicklung unserer Demokratie? In einem Gastbeitrag für den eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft der Stiftung Mitarbeit stellt Kai Hanke, Leiter der Programmabteilung beim Deutschen Kinderhilfswerk, die wichtigsten demokratiepolitischen Befunde einer aktuellen Studie vor.

Der Kinderreport 2017 stellt die Demokratiekompetenzen von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt. Demnach haben Erwachsene in die Demokratiefähigkeit der nachfolgenden Generation mehrheitlich Vertrauen. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) trauen der heutigen Generation der Kinder und Jugendlichen zu, als Erwachsene Verantwortung für den Erhalt der Demokratie in Deutschland zu übernehmen. Bemerkenswert ist, dass das Vertrauen in die Demokratiefähigkeit von Kindern und Jugendlichen mit zunehmendem Lebensalter steigt.

Bei jüngeren Erwachsenen ist dagegen das Vertrauen in die Demokratiefähigkeit von Kindern und Jugendlichen erstaunlich gering. Dieses Ergebnis erklären die Autor/innen damit, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland nur wenig beteiligt werden. Durch die fehlende Erfahrung der Selbstwirksamkeit seien sie »demokratischen Prozessen gegenüber kritischer eingestellt«. Jüngere Generationen erlebten zudem unmittelbar, wie schwierig politische Mitbestimmung ist, wenn es keine frühzeitige und praktische Erfahrung damit gibt.

Weitgehend einig sind sich die Befragten, dass die Kinder- und Jugendarbeit stärker finanziell unterstützt werden sollte (92 Prozent). In diesem Zusammenhang plädieren gut drei Viertel dafür, politische Bildung als Pflichtfach in der Ausbildung von Lehrer/innen und Erzieher/innen zu integrieren. Eine stärkere Berücksichtigung von Kinder- und Jugendinteressen in der Politik halten zudem gut vier Fünftel (83 Prozent) für wünschenswert.

Die Autor/innen des Kinderreports plädieren dafür, Kinder- und Jugendbeteiligung in Deutschland auszubauen. Die Stärkung der Demokratiekompetenzen der jungen Generation könne nachhaltig jedoch nur gelingen, wenn die Demokratieförderung »frühzeitig« einsetzt und »milieuübergreifend« erfolgt.

Der vollständige Gastbeitrag im Netz unter www.buergergesellschaft.de