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mitarbeiten (2/2017)

Vielfalt als Herausforderung und Motivation

Der Berliner Verein »Tempelhofer Berg« vereint in seiner Tätigkeit selbstorganisierte Gartenprojekte, bürgerschaftliches Engagement und Hilfe für Geflüchtete. Die Arbeit des seit dem Jahr 2015 am Südrand des Tempelhofer Felds aktiven Vereins wurde zu Beginn auch durch eine Starthilfeförderung der Stiftung Mitarbeit möglich.

Das Tempelhofer Feld ist – als Teil des ehemaligen Berliner Flughafens Tempelhof – die größte innerstädtische Freifläche der Welt. Der gemeinnützige Verein Tempelhofer Berg hat seinen »Stammsitz« am südlichen Rand des 355 Hektar großen Areals. Im Rahmen einer Kleingartenanlage treffen sich hier Menschen aus sechs Nationen, um gemeinsam zu gärtnern. Doch seitdem in den ehemaligen Hangars des Flughafens die berlinweit größte Notunterkunft für Flüchtlinge entstanden ist, »war rasch klar, dass wir uns der neuen Nachbarschaft öffnen wollten«, sagt Wilfried  Büttner, der sich im Vorstand des Vereins engagiert.

Im Rahmen ihrer Kleingartenanlage sollte ein »Umweltgarten für Geflüchtete« entstehen, der insbesondere den in der Unterkunft lebenden Frauen und Kindern als »sicherer, geschützter und gesundheitsfördernder Raum« dienen sollte. Durch die aktive Teilhabe am Projekt sollte zudem »die Eigeninitiative, die Selbstwirksamkeit und das Empowerment« der geflüchteten Frauen und Kinder gefördert und »neue Möglichkeiten der Lebensgestaltung« außerhalb der limitierenden Bedingungen einer Flüchtlingsunterkunft eröffnet werden. Eingebettet waren die gärtnerischen Aktivitäten in eine umfassende psychosoziale Betreuung der Geflüchteten, die durch professionelle Fachkräfte und geschulte Ehrenamtliche des Vereins geleistet wurde.

Für die Aktiven des Vereins ist der Umgang mit den Geflüchteten bis heute »Herausforderung und Motivation« zugleich, wie Wilfried Büttner feststellt. Seine Bilanz fällt gemischt aus: »Der Umweltgarten wurde als Ort der Ruhe, der Begegnung und des Lernens von den Teilnehmenden geschätzt«, die Vermittlung von Umweltwissen war jedoch »nur in kleinen Schritten« möglich. Die mitwirkenden Frauen »waren damit beschäftigt, ihre persönliche, unsichere Situation zu klären und beispielsweise einen Schul- oder Betreuungsplatz für ihre Kinder zu suchen«. Dennoch ist Wilfried Büttner davon überzeugt, dass durch das Projekt »gegenseitiges Vertrauen« aufgebaut und eine »solide Grundlage« für weitere Aktivitäten geschaffen wurde.
 
Ausführliche Informationen zur Starthilfeförderung unter www.mitarbeit.de/starthilfe.html oder bei Corinna Asendorf (asendorf(at)mitarbeit.de) in der Bundesgeschäftsstelle. Nächste Frist für Anträge ist der 29. Mai 2017.